DIE KASSETTE DES MONATS MAI 2oo9
"Geburtstagstape"
DIE KASSETTE DES MONATS APRIL 2oo9
"SEMMEL 02"
Heißt sie „Sammel 02“ oder - besser - „Semmel 02“? Jedenfalls ist sie vom 07. August 2002 und damit aus einer Zeit, in der ich noch zu jung für gute Musik war und seinerzeit auf Mixtapes Freundeskreis, Tomte und Liquido spielte. Somit ist „Semmel 02“ der perfekte Nachholunterricht für Leute wie mich, die folgende Künstler meist noch zu wenig gehört haben:
Cave, New Order feat. Moby, Electronic, Smiths, E.Collins, Lamb, Elend, Samba, Fink, Cash, Boys Next Door, neubauten, Mutter, Surrogat, Girls vs. Boys, Sonic Youth, St. Etienne, Suede, PJ Harvey, The Stereo, Cat Power.
DIE KASSETTE DES MONATS MÄRZ 2oo9
"RAPUNZEL"
Wir schummeln ein wenig und schieben hier noch eine Schöne in den März dazwischen.
„Rapunzel“ steht drauf und eben jenes Gedicht eröffnet die a-seite. Über Gedichte auf Kassetten sehen wir diesmal höflich hinweg, denn was dann kommt ist ein bravo-zusammengestellter Mix mit Heroren des elektronischen Pops und anderen großen Musiken (Broadcast!).
Das Booklet:
„Rapunzel
Eltern:
F.Horwath, N.Persson, F.Cactus, Mouse on Mars,, Blonde Redhead
Zauberin:
T.Waits
Rapunzel:
Under Byen, J.Köhncke
Weitere:
T.v.Baltazar, The Knife, F.Kubin, Joe Tabu, D.Barkhart, Broadcast, S.Nordenskam(?), M.Melian, Das Bierbeben, The Candies, LouieAnston, Herbert
Buch:
J.u.W.Grimm
DIE KASSETTE DES MONATS FEBRUAR 2oo9
"MUTTERTAG"
Der König unter den Kassetten. Aus unersichtlichen Gründen, haben wir seit Februar keine Mixtape mehr gekürt. Aber vielleicht liegt es ja daran, dass das Tape, das nun seit längerem in unserem Schaukasten weilt eben dort immernoch ständig herausgeholt und aufgelegt wird. Langweilig wird es nicht, weil a gute Songs nicht totzuhören sind und b diese 90 Minuten dich ständig mit auf eine abwechslungsreiche Reise nehmen. Tango, Chansons und Kraut, wehklagend Trauriges und bewegend voran.
Eine Kassette, die so wie sie aussieht und auch manchmal schon zu leiern beginnt viele Urlaube im Autodeck hinter sich hat. „Muttertag“ heißt sie, irgendwie geht es aber meistens um Johnnys.
Schön; ab in die Wall of Fame damit und immer wieder hören.
DIE KASSETTE DES MONATS JANUAR 2oo9
"RABSCH"
Wie der Mädchenname der Mutter kommt unser Mixtape des Monats Januar 2009 daher, heißt "RABSCH" und hat all das dabei, was man zwar eigentlich aufgegeben hat und aber im Insgeheimen weiterhin liebt und in sich hat.
Songs, die einmal gehört für immer in einem Schlummern: und zwar dort wo sich Sehnsucht und Wille Gute-Nacht sagen.
Schräg wird es immer dann, wenn in Instrumentalphasen scheinbar live beim mixtape-machen mitgejammt wird. Töne erscheinen, die es so eigentlich nicht im jeweiligen Song gibt und die der "RABSCH" das wertvolle und wichtigste in der Gattung Mixtape geben: Die Einzigartigkeit, das Besondere!
DIE KASSETTE DES MONATS DEZEMBER 2oo8
"Staub"
Jeden Monat das neueste Programm; Trends, Sensationen, Wohlfühlatmosphäre, Blitzgewitter: Vorhang auf für den Staub des letzten Jahres, mit all seinen Brüchen und dem gediegenen Blues und den instrumentellen Hintergrund, der uns gleich mitten reinführt. Es gibt ungefähr den fünften Track, der mich gleichzeitig an Stuttgart, an ein Kante-konzert dort erinnert und an Japan, wo ich noch nie war. Der nächste Track: Weihnachtsbaumklingeln. Musik und Gesang vereint und im Wechsel, auf diesem Tape ist alles zu finden. Glaubt man eine Richtung auszumachen, nichts da, schon wird der Indie durch Bläser, Streicher oder Tom Waits abgelöst - einer der für mich auszmachenden Interpreten. Ein vorweihnachtliches Ratespiel, wie unsere „Adventskalendermixtape“-Geschenkidee von diesem Monat. Vielleicht also: ein bißchen Belle & Sebastian, Anthony, Rufus Wainwright und Beirut gewiss, auch Charlotte Gainsbourg, sehr wahrscheinlich Feist: eine ganze Armada von Solokünstlern, die den Staub des letzten Jahres aus den Lungen singen. Wir wissen einmal mehr: niemand hat es leicht!
Was folgt, sind Bläser aus NY, eine Uptempo-Nummer, Bass der Achtziger, ein Leonard- Cohen-Verschnitt, wahrscheinlich von Cohen. Der Song wird abgebrochen, unbemerkt, es passte aber gut, kein Murren. „Big in Japan“ als Cover gesungen, sanft von einer Frauenstimme getragen. Souveräner Umgang mit den technischen Mitteln und dem Medium „Mixtape“! Lange Pausen werden dezent, aber bewusst eingesetzt, ein vereinzeltes Jazzen, Irish Folk, eine orientalische Weise, zum Schluss schafft die Geisterbeschwörung, die da tönt, Heimweh; entmenschlichte Ruhe, in großen Räumen fast zum Fürchten.
Nachmittag in der Kassette: der Kaffee kommt. Gegeneinanderspielende, polyphone Melodien, ein Wechsel der Gesangsstimmen. Ich zähle die gleichen Grundstimmungen bei jedem Song, jeder Musik auf diesem Tape. 13x2 Tracks: die Songs will ich nicht allein hören, nur so, zusammen und mit Leuten. Aber still, ruhig, bequem, sehr schmeichelhaft. „Was hast Du gesagt?“
DIE KASSETTE DES MONATS NOVEMBER 2oo8
„cecus non judicat de coloribus“
tracklist:
a01: lothar h – josquin´s delight_a02: the swans – the beautiful days_a03: klaus schulze – wahnfried 1883_a04: théodore dubois – in paradisum
b01: edgar froese – panorphelia_b02: klaus schulze – thor/thunder_b03: orlando di lasso – o bone jesu
Hier ein Tape, das uns diesen Monat zugeschickt wurde, und zwar von Lothar H. Dieser Umstand (siehe a01) lässt schon auf vieles schließen. Nun sind ja eigene Stücke auf Mixtape immer etwas gewagt und mit Argusaugen zu betrachten. In diesem Fall aber stellt sich dieses Stück als ein fünfeinhalbminütiges Leitmotiv des Ganzen heraus. Geschickt webt H. die elektronischen Klänge ineinander, nach zwei Minuten setzt im Hintergrund ein Chor ein – alles, was wir später beim Hören dieses Tapes eklektisch nachhören können, ist hier schon vereint. Und das muss der Hörer wirklich: sich hineinhören und aufmerksam sein, will er die Bandbreite der elektronischen Musik, der Soundschichten, nachvollziehen. Jedenfalls: Bravo!
Ich habe die Songs beim ersten Mal ganz vergessen und nach einer Dreiviertelstunde das Band umgedreht, ohne nachzudenken: so selbstverständlich waren diese Klangflächen geworden, auch als Hintergrundmusik. Ich verwende diese ganzen Metaphern rund um Sound und Klang deshalb, weil sich diese Musik anders nicht fassen lässt. Synthesizer schwirren herum, es schwebt und zittert der beschallte Raum. Nur zu passend ist da die Assoziation mit den Chorstücken jeweils am Ende jeder Seite, die, nach einer kurzen Pause nach den Wahnstücken eines Klaus Schulze, zur Nachtruhe läuten. Eine sehr erhabene Musik, die den Bogen von den Anfängen zu heute spannt. Ein Stück dieses Schulze ist von 1975, das andere von letztem Jahr. Immer wieder dringt dieser prototypische Computersound, diese ehemalige Zukunftsmusik der 70 er Jahre aus den Stücken. Sehr abgehoben und weitschweifend. Ich bin also einem elektronischen Gelehrten auf die spirituelle Spur gekommen. Ich schleppe mich hoch und runter, grüne Schluchten auf dem Cover und Kiesel, die zur besseren Haftung an den Seiten der Außenhülle aus Pappe angebracht sind, sollten mich eigentlich vor dem Einlegen schon gewarnt haben.
Die mystische Musik ist mit Reglern und Geräten und mit der Genauigkeit und Virtuosität von Pinselstrichen fabriziert. Es passiert in den Minuten nichts, es flackert mal kurz ein anderes Geräusch auf, es ist monoton – und dann, wenn du es nicht mitkriegst, eine Melodie oder Harmoniewechsel, die Spannung, die aufgebaut wurde, entlädt sich. Ich rede nicht von einem bestimmten Song, sondern vom ganzen Tape. Sicher sind die beiden Stücke von Schulze, einem der bekanntesten und ältesten Elektronikklangkünstler in Deutschland, die zentralen Höhepunkte, gerade in ihrer virtuosen Handhabung mit den Geräuschen und aufgebauten Stimmungen, die sich auch mal erst nach vielen Minuten verschieben können. Beide eine halbe Stunde lang, umfassen sie ganz eigene Welten und mehrere Themen und sind komponiert gewachsene Gebilde. Dem so lange zuzuhören, zu begreifen: „es ist immer noch DAS!“ ist das Besondere. Aber auch das Stück eines Edgar Froebe, eines Mitstreiters des letztgenannten, fällt nicht heraus. Die 80er-Band „The Swans“ ebenso nicht. Merkwürdig und doch klug zusammengestellt ist „Cecus non iudicat des coloribus“ weniger ein Mixtape als ein Glaubensbekenntnis. Ein Sermon. Aber wie ein gutes Mixtape ist es der Zusammenfall einer besonderen, gerade bestimmenden Stimmung, die Songs sind deren Aushängeschild.
Apropo Mystik. Dieses lateinische Zitat ist das Motto oder der Titel, das ich allerdings nicht verstehe. Übersetzungen bitte gerne an kontakt@diekassetteleipzig.de. Ein gleichnamiges Kirchenlied eines gewissen Alexander Agricola aus dem 15.Jhd., so fand ich heraus, heißt ebenso. Der wiederum passt zu den frühklassischen Komponisten auf dem Tape. Ein Kreislauf und eine Einheit. Genau das richtige zwischen altem und neuem Jahr.
DIE KASSETTE DES MONATS OKTOBER 2oo8
das oktober mixtape. und vorneweg: es glitzert!
eigentlich reicht das ja schon uns zu
überzeugen - silber glitzernd angesprüht - und
auf die Hülle mit Wachs(!) die Tracklist.
Kann man zwar nicht lesen, macht aber nix.
Hören dafür kann man Popmusik, den guten Indie.
Kante startet mit Zombie und dieses Lied stimmt
gleich das Zusammengehörigkeitsgefühl an, das
die Leute automatisch haben, die gute Mixtapes machen.
"Wir sehen unmöglich aus, wir sind der Zeit voraus,
wir sind mitten unter euch".
Dann bald schon Felix Kubin, der übrigens, wie ich just
erfahren habe, gerade ein großartiges Konzert mit den Legenden
CLUSTER und FAUST im seltsamen Krems(A) gegeben hat. Munk, Phantom/Ghost oder Nouvelle Vague vervollständigen die Liste von Liedern, die
auf ein Mixtape müssen.
Auch auf jedes Mixtape muss: ein unmöglicher Song. Hier ist es
Dover mit einem Red Hot Chilli Pepers-Cover. Geht garnicht,
muss aber sein.
Die andere Seite, die statt A und B mit aus Isolierband
geschnittenen Männchen beschriftet ist, die an das Einstürzende Neubauten Logo erinnern, eröffnet Donna Regina mit ihrer Mischung aus Björk und Steve Reich.
Und dann kommt der Herbst. Früchteteemusik, bunte Blätter, die so langsam
auf die Straße fallen, wie wir die Blicke aus dem Fenster halten.
B. Davenport gefällt akustisch, I.Campell, J.Electra, schöne Geräusche, warme Melodien, viel brüchige Stimmen, dann auch wieder lustiges Schnelles und zum kröhnenden Abschluss: Tom Waits.
Bravo. Übrigens wurde diese Kassette heimlich gebracht.
Auch schön. Bringt uns mehr Geheimnisse in unseren Kassettenherbst.
KASSETTE DES MONATS SEPTEMBER 2oo9
Aus unerfindlichen Gründen hat der August verpasst, seine Monatskassette zu erwählen. Sagen wir, dass es war, weil wir ja in der September-Ausgabe der KASSETTE DES MONATS den Sommer schon abschrieben und deswegen den August einfach ingnoriert haben.
Als Wiedergutmachung nun aber hier gleich mehrere vorgestellte Kassetten. Es ist nämlich so, dass uns im August mehrere Prachtexemplare von MIXTAPES erreicht haben.
Zuerst aber eine Kassette die hier schon lange rumsteht und bisweilen noch keine Beachtung gefunden hat. Heute reingehört habe ich aber einen exemplarisches Beispiel für DIE 80ger Jahre Kassette gefunden: der Radiosprecher, der noch in „sister of mercy“s temple... die Uhrzeit ansagt (24 Uhr!) und neben einer endlich mal erträglichen Sammlung 80ger Jahre Hits immer wieder die Spannenden Abenteuer vom Planeten Zylon, dem Volk Gomora inklusive NegativSchild, Beamen, Shiva und orchestrale Raumschiffschießereien.
Diese Kassette bekommt von uns hiermit das Attribut des beispielhaften Mixtapes erster Stunde und einen Sonderplatz.
Hat sich die Audiokassette als Tonträger von der einzigen Möglichkeit, seine Lieblingslieder zu sammeln, hin zu etwas Besonderem entwickelt, das nur noch selten und nur zu besonderen Anlässen genutzt wird, hat sich auch die Art und Weise verändert, in welcher man die Kassette benutzt.
Wir teilen hier in lapidare drei Versionen ein:
die vom Radio aufgenommene Kassette für (jeweils aktuelle) Hits
das DJ-Mixtape mit Crossover und BPM-Faden
das Themen-Mixtape für Geburtstage, Weihnachten, Reisen, Epochen, Stile,...
Die nächste vorgestellte Kassette ist eines von unzähligen Themen-Tapes.
Und zwar aus der Kategorie „Samstagabend-Sonntagnachmittag“, (gibt es ja auch auf CD siehe zum Beispiel CONSOLE: reset the preset, 2003).
Die erste Seite also zum aufpuschen, Elektronische Indiehits für die Nacht, für die Fahrt in den Club oder gar zum Vorglühen. (Wie Knarf Rellöm ja zu sagen weiß: „It`s saturday night!“.)
Wenn man sich dann später irgendwie platt im Bett wiedergefunden hat und langsam Frühstücksteile zusammen gesucht hat, begleitet einen dann die b-seite: draußen regen, drinnen träumen erholen und schöne musik hören...
Weitere ThemenTapes im Laden sind derzeit übrigens: „cover“- Originale und ihre Covers _ „live“ - nur Liveaufnahmen _ „rockmusik hamlar“ - Musik, die so auch in einer dunklen Ingolstäster Kneipe läuft _ „musique allmande“ - deutschsprachige popmusik _ „alles sitzt“ - Ausschnitte von Germanys next topmodell _ „die schule des Lebens“ - alles rund um den Schulabschluss.
Nun aber zur KASSETTE DES MONATS SEPTEMBER 09, wobei auch hier ein kurzer Rundumschlag kommt. Die diesmönatige Kassette aus der Vitrine ist nämlich eine postalisch zugesendete und hier möchten wir uns mal außerordentlich bei denen bedanken, die uns immer noch Kartonweise Kassetten schicken.
Herr Elischewski aus Schwerte zum Beispiel, der eine ganze Sammlung geschickt hat! Herr Witzelmaier aus Stuttgart (ebenfalls ein kompletter Koffer), Frau Pieper bietet Kiloweise Kassetten an und Ullis Mix aus Frankfurt hat es auch in sich (es ist nämlich sowohl Bob Dylan wie auch Wilco drauf, so kann man sich bei uns beliebt machen)...
„Sommerhagel“ heißt sie übrigens, die KASSETTE DES MONATS SEPTEMBER und wurde „ausgestattet & geschliffen im Neu-Ulmer August 2008“ und beinhaltet die Großen der Popmusik:
alle Songs mit hohem Lieblingsliedfaktor, was für ein Mixtape ja genau richtig ist, ist das Mixtape das Lieblingslied unter den Tonträgern.
Zum mal wieder drübernachdenken warum zum Henker eigentlich alle nur noch deutsche Texte machen ein kleines Interlude des Kassettenmachers himself in Begleitung von, wie das Cover verrät: Julie, die mit französischem Akzent versucht zu singen, dass sie eine Flasche Pernod/Pastise/Rosé in der Hand hält um aber schließlich festzustellen, dass das einfach nix ist, auf deutsch zu singen: „Das ist nicht natürlüsch, weißt du?!“
Auffällig die vielen Ortsbeschreibungen im Song - wie aber auch in Bandnamen: the notwist: „on planet 066“, „beirut“ nennen den song gleich auch noch nach einem Ort: „prenzlauerberg“, die „girls in hawaii“ machen sich schon im Namen ansässig, wie in gewisser Weise auch „hans zimmer“.
„the breeders“ dagegen interessiert eher „istanbul“ und die „superimposers“ sind einfach nur „over the brigde“.
Gleich zweimal übrigens kamen diesen Monat mixtapes mit „santpgold“ und auch „sebastian tellier“ bei uns an.
Die ewig großen „ween“ und „calexico“ neben den Begründern des Antifolks „moldy peaches“, alte „the notwist“-Sachen oder aber aktuellere Entdeckungen wie die großartigen „beirut“ oder „broken social scene“ machen SOMMERHAGEL 08 zu unserem MIXTAPE DES MONATS.
Zudem kommt eine Verpackungsneuheit hinzu: Die Kassette steckt sozusagen in Blei gegossen in einer zerquetschten, aber formangepassten Blechdose und es klaclt wunderbar, wenn man die Kassette zurück in die „Hülle“ steckt. Sowas will man mal auf der Straße finden, dann damit Fußball spielen und erst später merken, dass es ein wunderschönes MIXTAPE ist!
tracklist
A1
the watzlovers - chopped
the bees - left foot stepdown
broken social scene - major label debut
unasa de sela - my name
santogold - creator
brien eno/jah wobble - steam
the notwist - on planet o66
candy overdrive - taifun
beirut - plrenzlauerberg
latin playboys - mustard
findlay brown - loosing the will to survive
the moldy peaches - anyone else but you
the super supers - mama soul
B2
the saucers - cha wailan routa
the superimposers - over the brigde
the folk implosion - gravity decides
calexico - roka
girls in hawaii - flavour
hans zimmer - of the earth
julie et candy - alcohol
black cap - summer of love
white hassie - garden (shake it shake it)
chromeo - momma`s boy
ween - freedom of `76
sebastian tellier - la ritournelle (mr. clan`s rmx)
the breeders - istanbul
gonzales - you snozze you loose
aarah leander - sag mir nicht adieu
DIE KASSETTE DES MONATS JULI 2oo8
„DULCE“
Vielleicht haben wir solange bis zur neuen und zweiten Kührung der KASSETTE DES MONATS gebraucht, weil das Wetter einfach nicht gepasst hat. Kurze Schauer, dann wieder Sonne, heiß, kälter, unbeständig. Aber jetzt - jetzt regnet es, der Himmel grau, die Pfützen
spritzen gegen das Schaufenster, die Luft schwül, wir träge.
Und dazu haben wir hier das richtige Tape gefunden: ein melancholischer Mix, dem man schon fast LAST.FM-Radio-Lastigkeit vorwerfen muss, so abgestimmt sind die Interpreten.
Eliott Smith, Cat Power, Air, Radiohead und zum Abschluss Sinead O`Connor. Da müsste man nicht lange scrobbeln, um eine ähnlich-schöne Kombination zu erhalten. (scobbeln: das gruscheln der cyberindies)
Das besondere an unserem MiXTAPE der Woche ist die Verpackung. Ein altes Tape wurde hier neuaufgenommen, neubeklebt (unter anderem mit der Tracklist) und in eine futuristische zur-Seite-Zieh-Hülle gepackt. (siehe Fotos). Also eins, das mit alten und neuen Songs ganz zeitlos daherkommt, aber doch für besondere Tage ist. DULCE- sanft erklingen
nur die jeweils langsamsten Songs der Bands. Was ganz gut unsere Theorie unterstützt: der Sommer (Gute Laune)ist nämlich jetzt schon wieder vorbei. Jawohl, auch wenn Leute (siehe oben) das Gegenteil behaupten mögen. Andere Dinge werden wieder wichtiger: 1.Gefühle („Miss Misery“,“To Sheila“,“Playground Love“ etc.), 2. Geld („Pretty Penny“, „money“), 3. Hass
(„People are strange“, „Nobody´s fault but my own”, “Don´t follow”) oder 4. Depression (“I found a reason”, “your ghost”, “all apologies”).
Wenn wir also dieses Tape ausgerechnet zur “Kassette des Monats Juli” gekürt haben, dann, um jeden Hörer gerade in dieser „schönen“ Zeit daran zu erinnern, dass wir alle vergänglich sind. Neuaufgenommene Zurschaustellung des ewigen menschlich-natürlichen Kreislaufs. Auf
Sonne Regen, auf Freude Traurigkeit. Die Musik aber bleibt und fängt dieses bange Gefühl des Vorherbstes ein. Hoffentlich stört mich jetzt keiner beim Grübeln, denkt man sich dann spätestens ab der B-Seite, beim Kaffeetrinken. Ins Depressive droht es jedoch nie abzurutschen. Ruhigen Abends sitzt man davor und erholt sich von lästig-nervösem Straßen(bahn)lärm und Discomukke. Emotionen als Überlebensprinzip. Genau das brauchten
wir jetzt! Oder wie es „Radiohead“, die Könige des schwelgerischen
Endzeit-Juli-Pops zu sagen_“I´m acting like a talk show host, see all the tragedies of life, but I don´t care, I got my sins, I got my failures, I got the money to keep it as my sons. Anyway, my choice is not yours…“
tracklist:
a01: elliot smith - miss misery_a02: smashing pumpkins - to sheila_a03: cat power - i found a reason_a04: stina nordenstam - peaople are strange_a05: mark lanegan - sunrise_a06: beck - nobody`s fault but my own_a07: air - playground love_a08: pj harvey - beautiful feeling
b01: alice in chains - don`t follow_b02: hank shizzoe - the only thing i do_b03: stone temple pilots - pretty penny_b04: silverbullit - money_b05: radiohead - talk show host_b06: kristin hersh - your ghost_b07: sinead o`connor - all apologies
DIE KASSETTE DES MONATS JUNI 2oo8
LOTTE MIX I
"lotte mix 1" ist durch und durch ein Mixtape.
Man hört es und sieht jemanden mit Wein und Zigaretten den ganzen Abend am Kassettenrekorder sitzen, der diese Lieder in geordneter Reihenfolge auf das Medium Kassette speichert.
Es ist ein ruhiger, teils melancholischer Mix, die Genrevielfalt reicht von Classic über Chansons bis zu experimenteller Musik und Theateraufnahmen. Nach Sonic Youth, Joy Division in Leonhard Cohen-Version, spanischer Björk und Ionesco hört sich das an. Dann wieder spacy jazz und Geigen oder hochgepitchte Kirchenlieder in Krautrockversion. Das ganze natürlich immer schön ineinandergefadet und geschmackvoll arrangiert.
"Lotte Mix 1" ist der Film Noir unter den Mixtapes und unsere erste "Kassette des Monats"!